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Freiheit für Julian Assange – Free Assange, now | Von Bernhard Loyen

Am Montag, dem 07.09. startete die Fortsetzung des Verfahrens gegen Julian Assange, welches darüber entscheiden soll, ob der in London inhaftierte Whistleblower final an die USA ausgeliefert wird. (Ergänzung des Autors: Die Auslieferungsanhörung von Julian Assange wurde heute gegen 12:30Uhr unterbrochen und per Videoschaltung seitens der Staatsanwaltschaft fortgeführt. Die Klägerseite fürchtet, dass einer der Staatsanwälte dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnte.) Zur Erinnerung, in den USA ist Assange weiterhin nach dem selten angewandten Espionage Act angeklagt, welcher während des Ersten Weltkrieges verabschiedet wurde. Am 15. Juni 1917 trat der „Espionage Act“ in Kraft, der verhindern soll, dass durch die Weitergabe oder den Missbrauch von Informationen die US-Landesverteidigung gefährdet wird (1). Der erste Friedensaktivist, bei dem der Espionage Act angewandt wurde, war Daniel Ellsberg. Im Rahmen der Weitergabe der berühmten Pentagon Papers an die New York Times, die Washington Post und weiteren US-Zeitungen, fiel im Jahre 1971 erstmalig der Begriff Whistleblower. Die damalige Sensation, die geleakten Dokumente belegten, dass die US-Regierung über Jahre die Öffentlichkeit hinsichtlich des grauenvollen Vietnamkrieges belogen hatte. Fast vierzig Jahre später gab es wesentliche effektivere Möglichkeiten. Assange gehört seit 2006 der Organisation WikiLeaks an. Im Jahre 2009 konnten die Mitglieder dieser Enthüllungsplattform rund 1,2 Millionen Dokumente von Regimekritikern und anonymen Quellen vorweisen, wobei die USA hinsichtlich Kriegsereignissen noch nicht in den Fokus geriet.

Im April 2010 veröffentlichte die Plattform ein Video unter dem Titel «Collateral Murder», aufgenommen aus dem Cockpit eines amerikanischen Apache-Kampfhubschraubers. Es dokumentiert, wie US-Piloten in Bagdad Journalisten von Reuters sowie einen Minibus angreifen. Zehn Menschen starben dabei. Die US-Soldaten hatten die Opfer als feindliche Kämpfer bezeichnet und das Feuer eröffnet. Das Video offenbarte, dass die getöteten Journalisten und Passanten unbewaffnet waren. Es waren schockierende Bilder, die damals ein noch eher unbekannter Whistleblower namens Julian Assange Millionen präsentierte. Millionen, da dieses Video sehr schnell über Social Media Kanäle die gewünschte Wirkung erzeugte. Durch diese Veröffentlichung geriet Assange erstmalig direkter ins Visier der US-Geheimdienste. Dieser ließ sich jedoch nicht beeindrucken und veröffentlichte weitere geheime Kriegsberichte der US-Armee aus Afghanistan, aus dem Irak, sowie im November 2010 Auszüge aus rund 250.000 Depeschen des US-Außenministeriums. Der neue Staatsfeind, kein Diktator, ein Whistleblower. Im Jahr 2012 floh Assange aufgrund von juristischen und politischen Drohungen in die ecuadorianische Botschaft in London, wo er jahrelang ausharren musste. Parallel verlaufende Vergewaltigungsermittlungen gegen Assange in Schweden wurden durch die Behörden 2019 schlussendlich beendet (2). Ob durch einen Deal oder durch zu massiven Druck der US-Seite, wurde Julian Assange im April 2019 in einem ekelhaften und demütigenden Schauspiel aus der Botschaft Ecuadors heraus verhaftet und sitzt seitdem im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London ein (3)…weiterlesen hier:

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