WiederVerstand2020

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Henry David Thoreau: „Von der Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“

Das Gesetz wird die Menschen niemals frei machen; es sind die Menschen, die das Gesetz frei machen müssen. Sie sind die Liebhaber von Recht und Ordnung, die das Gesetz einhalten, wenn die Regierung es bricht.

(H.D. Thoreau in Sklaverei In Massachusetts)

Zitat:

„Meiner Ansicht nach sollten wir die aktuelle Diskussion auf eine neue Ebene heben. Es geht schon lange nicht mehr um „Corona-Maßnahmen“, es geht um die Frage, wie eine Regierung mit den Regierten umgehen darf und um die Frage der Beschneidung von Menschenrechten (Grundrechte sind Menschenrechte).


Es geht um die Frage von Freiheit und Bevormundung

Stellen Sie sich vor, Sie argumentierten mit Thoreau, mit demjenigen, der Menschen im Apartsheitsregime in Südafrika den Mut gab zum Widerstand, demjenigen, der M.L. King und Gandhi die Kraft gab, Widerstand zu reisten. Mit was argumentieren dann Ihre Gegner?
Es geht nicht mehr um unsere Meinung, es geht ums Prinzip. Und diese Frage ist alt und hat eine Historie. Sich auf diese zu berufen zeigt gerade die Unabhängigkeit dieser Frage von uns als Menschen im Jahre 2021. Es geht nicht mehr darum, ob unsere Aussagen glaubwürdig sind. Wir müssen uns fragen, wie wir regiert werden wollen und wie wir leben wollen. Es geht um Freiheit und die Frage der Verantwortung.

Diese Schrift könnte helfen, das Gemeinsame, das Verbindende nach außen zu tragen – und endlich weg zu kommen, von den Diskussionen um dieses Corona, an das sowieso kaum noch jemand glaubt. Denn letzten Endes ist es egal, ob es dieses Virus gibt oder nicht. Wenn die Elite am Brandenburger Tor Silvester feiert und das einfache Volk Zuschauer sein darf, dann haben wir ein weit größeres Problem als die Frage danach, ob ein Virus existiert oder nicht und wie gefährlich er ist“.

Christina Schieferdecker

Gastbeitrag:

Christina Schieferdecker
Diplompädagogin
Straßenäcker 9
71634 Ludwigsburg
(07141) 918212
Christinaschieferdecker@posteo.de

Auszug:  Henry David Thoreau: „Von der Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“


Henry David Thoreau
Von der Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat
[Originaltitel: On the duty of civil disobeidience]

Was sind Regierungen?

[1] Ich akzeptiere von ganzem Herzen das Motto: „Die beste Regierung ist die, die am wenigsten regiert”; und ich würde mir wünschen, dass dieses Motto schneller und systematischer umgesetzt wird. Tut man dies, läuft es schließlich darauf hinaus, wovon ich gleichfalls überzeugt bin: “Die Regierung ist die beste, die gar nicht regiert”; und wenn die Menschen darauf vorbereitet sind, wird das die Art von Regierung sein, die siehaben werden. Eine Regierung ist im besten Falle nur zweckdienlich; Aber gewöhnlich sind die meisten Regierungen – und alle Regierungen sind es manchmal – unzweckmäßig. Die Einwände, die gegen ein stehendes Heer vorgebracht worden sind – und sie sind zahlreich und gewichtig und verdienen es, sich durchzusetzen – können endlich auch gegen eine feste Regierung vorgebracht werden. Das stehende Heer ist nur ein Arm der festen Regierung. Die Regierung selbst, die nur die Art und Weise ist, die das Volk für die Ausführung seines Willens gewählt hat, kann ebenso missbraucht und pervertiert werden, bevor das Volk durch sie handeln kann. Der gegenwärtige Krieg gegen Mexiko zeigt es: Er ist das Werk von vergleichsweise wenigen Personen, die die ständige Regierung als ihr Werkzeug benutzen, denn das Volk hätte dieser Maßnahme von Anfang an nicht zugestimmt.

[2] Diese amerikanische Regierung – was ist sie anderes als eine Tradition, wenn auch eine jüngere, die sich bemüht, sich der Nachwelt unbeeinträchtigt zu übermitteln, aber jeden Augenblick etwas von ihrer Rechtschaffenheit verliert? Sie hat nicht die Vitalität und Kraft eines einzigen lebenden Menschen; denn ein einziger Mensch kann sie nach seinem Willen beugen. Sie ist eine Art hölzernes Gewehr für das Volk selbst. Dafür ist sie aber nicht weniger notwendig; denn das Volk braucht irgendeine komplizierte Maschinerie und muss ihren Lärm hören, um die Regierungsidee, die es hat, zu befriedigen. Regierungen zeigen also, was man Menschen zu ihrem eigenen Vorteil erfolgreich aufbürden kann, ja sogar was sie sich selbst aufbürden können. Es funktioniert ausgezeichnet, das müssen wir alle zugestehen. Doch diese Regierung hat nie von sich aus irgendeinen Unternehmensgeist gezeigt, außer dem Eifer, diesem aus dem Weg zu gehen. Sie bewahrt die Freiheit des Landes nicht. Sie besiedelt den Westen nicht. Sie erzieht nicht. Der dem amerikanischen Volk innewohnende Charakter hat alleserreicht, was erreicht worden ist; und er hätte noch mehr erreicht, wenn die Regierung ihm nicht manchmal in die Quere gekommen wäre. Denn Regierungen sind ein Hilfsmittel, durch das Menschen gerne erreichen würden, von einander in Ruhe gelassen zu werden; und wie ich schon gesagt habe, ist sie [, die Regierung,] am nützlichsten, wenn die Regierten von ihr alleine gelassen werden. Handel und Gewerbe würden es niemals schaffen, wenn sie nicht aus Gummi wären, über Hindernisse zu springen, die ihnen der Gesetzgeber ständig in den Weg legt; und wenn man diese Männer ganz nach den Auswirkungen ihrer Handlungen und nicht zum Teil nach ihren Absichten beurteilen würde, dann würden sie es verdienen, zu jenen bösartigen Personen gezählt und wie jene bestraft zu werden, die Hindernisse auf die Schienen der Eisenbahnen legen.

[3] Aber, um praktisch und als Bürger zu sprechen, im Gegensatz zu denen, die sich gegen jede Regierung aussprechen, fordere ich nicht, sofort keine Regierung, sondern sofort eine bessere Regierung. Lassen Sie jeden Menschen sagen, welche Art von Regierung seinen Respekt verdienen würde, und das wird ein Schritt dahin sein, diese [Regierungsform] zu erlangen.


Übersetzung und Kommentare:
Christina Schieferdecker

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