WiederVerstand2020

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Kategorie: Boris Reitschuster

# Lucie – Gut betreut, beschützt, versteckt, für viele unsichtbar

 

„Lucie ist eine von Hunderttausenden aus der „Risikogruppe“ in Heimen und Kliniken. Gut betreut, beschützt, versteckt, für viele unsichtbar.
Ein Gastbeitrag von Johanna und Frank Wahlig

Drei Wochen hat Lucie in ihrem Zimmer verbracht. Kein Spaziergang, keine frische Luft, kaum Bewegung und kein Leben um sie herum. Seit sechs Wochen hat sie keinen Besuch. Seit sechs Wochen die Familie nicht gesehen. Kein Geburtstagskaffee, kein Totensonntag am Grab. Seit einem Jahr ist Lucie Witwe. Einsamkeit, Trauer, Verzweiflung. Notaufnahme Klinikum Küchwald, Chemnitz. Lucie ist eine von hunderttausenden Angehörigen der „Risikogruppe“ in Heimen und Kliniken. Gut betreut, beschützt, versteckt, für viele unsichtbar.

Lucie war Näherin und Kauffrau früher. Sie ist 80 Jahre alt. Lucie hat einen Sohn, Frank, drei Enkel und zwei Urenkel. Sie vergisst Manches und neigt zur Traurigkeit und Depression, erklärt der Sohn, der selbst Schulmediziner ist. Frank ist überzeugt, dass seine Mutter vor Allem mit seelischen Leiden zu kämpfen habe.

„Im Heim wurde sie gut umsorgt und betreut,“ sagt Frank, der Sohn. Lucie bekommt oft Besuch. Zu Geburtstagen und Festtagen ist sie im Kreis der Familie. Und dann kommt eine neue Zeit.

Im Jahr 2020 ist Lucie über Monate allein. Monate die Familie nicht sehen. Im Frühling bis in den Sommer hinein und im Herbst ist über sechs Wochen wieder Besuchsverbot im Heim. Seit drei Wochen sogar Zimmerarrest. Ganz allein trägt Lucie ein großes „Sorgenpaket wie ein Pfeil im Herzen“ mit sich, sagt Frank. Sorgen um die Familie, um die Existenz der Kinder, Sorgen in Einsamkeit. Sie ruft die Enkelin zum Geburtstag an und weint. Ausgeschlossen sein. Kein Austausch. Keine Ansprache. Das „Sorgenpaket“ wird zu groß für Lucy allein.

Notaufnahme im Krankenhaus. Fünfzehn Minuten darf Frank die Hand seiner Mutter halten. Dann ist die Besuchszeit vorbei. Weitere Besuche sind nicht vorgesehen. Sprechen kann er sie nicht. Telefonische Auskunft erhält er nicht. Wie es ihr geht, das weiß er nicht, nur so viel: „Sie ist noch da!“

Johanna Wahlig ist Politologin, Journalistin und Unternehmerin. Frank Wahlig ist Historiker und war 30 Jahre lang ARD-Hauptstadtkorrespondent.
Der Artikel erschien zuerst bei  Reitschuster.de

Bild: privat
Text: Johanna und Frank Wahlig

Öffentlich-Rechtliche: ARD und ZDF von Rechtsextremen finanziert

Der Verdacht wiegt schwer. Und er ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen: ARD und ZDF lassen sich von Rechtsextremen finanzieren. Und von der AfD. Schätzungsweise bis zu einem Zehntel der gesamten Mittel der beiden Sender werden von Sympathisanten der rechtspopulistischen Partei aufgebracht. Auch Mitglieder und Sympathisanten der NPD zahlen regelmäßig an die beiden Anstalten, und ebenso Neonazis. Mit einem Dementi ist nicht zu rechnen. Die beiden Sender haben laut Informationen aus gut informierten Kreisen kein Problem mit dieser Finanzierung auch aus „rechten Kreisen“. Von einer deutlichen Distanzierung der beiden Anstalten von ihren Finanziers aus dem problematischen Milieu ist bislang nichts bekannt. Offenbar fehlt das Verständnis dafür, dass man sich abgrenzen muss von rechtsaußen. Und dass man durch die Finanzierung mit den Radikalen in einem Boot sitzt.

Hoppla, was ist da los, werden Sie sich jetzt fragen? Ist der Reitschuster durchgedreht oder hat die Flasche, die er in Leipzig an den Schädel bekommen hat, gewisse Verdrahtungen gelockert? Nein, hat sie nicht. Was ich oben beschreibe, ist Fakt. Weil die Rundfunkgebühren von jedermann bezahlt werden müssen, ist es ebenso zwangsläufig wie unbestreitbar, dass auch Rechtsextreme und AfD-Wähler für die Sender bezahlen. Und kein normaler Mensch käme auf die Idee, über die allgemeine Kritik an den Anstalten und ihrem Finanzierungsmodell hinaus ihnen genau daraus einen Strick zu drehen. Auch ich nicht.

Aber mit der Überschrift und dem einleitenden Absatz will ich Ihnen vor Augen führen, wie infam es ist, dass ARD und ZDF bei anderen ein solches Framing anwenden. So wird etwa bei der Tagesschau den Organisatoren der Anti-Corona-Demonstrationen vorgeworfen, dass für ihre Veranstaltungen auch Rechtsextreme mobilisieren. Dabei können die Veranstalter das ebensowenig ausschließen, wie ARD und ZDF ausschließen können, dass sie von Rechtsextremen, Linksextremen und Islamisten mitfinanziert werden. Solange jemand extremistische Kräfte nicht gezielt anspricht oder gezielt mit ihnen kooperiert, ist es manipulatives Framing, jemandem daraus einen Strick zu drehen. Fast so manipulativ wie die Überschrift und der Einstieg dieses Beitrags – die lediglich dem Zwecke dienten, Ihnen diesen Mechanismus vor Augen zu führen. Dass die öffentlich-rechtlichen Sender solches Framing regelmäßig nutzen, spricht dafür, dass sie generell ihren Gebührenanspruch verloren haben – von den Gebührenzahlern aus der Mitte der Gesellschaft. Denn Voraussetzung für die Gebührenpflicht ist faire, ausgewogene Berichterstattung.

PS: Bei der Stasi waren „Maßnahmen der Zersetzung“  gemäß Richtlinie 1/76: Die „systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben.“

PS: Sehen Sie hier meinen Livechat zu den Ereignissen bei der Demo in Leipzig – was vor Ort geschah und wie „geframed“ wurde. (Boris Reitschuster zum Flaschenwurf)

 

IM GESPRÄCH mit dem Journalisten Boris Reitschuster über Zensur, Repression & den Fall Nawalny

Wir haben über den Fall Nawalny und die erstaunlich vielen Russland-Experten im deutschen Blätterwald gesprochen, auch über Zensur und Repression. Der Journalist, Blogger, Youtuber und Buchautor Boris Reitschuster hat mir am Rande der 2. Freie-Medien-Konferenz der AfD am Samstag im Bundestag versiert, geduldig und mit viel Humor Fragen beantwortet. Dabei ging es auch um sein Interview mit Sucharit Bhakdi, das Youtube im August löschte. Reitschuster lud es mit neuer Schlagzeile wieder hoch. Nach wenigen Minuten war auch diese Ausgabe gelöscht und sein Kanal für sieben Tage gesperrt. Zum Stand der gerichtlichen Auseinandersetzung, die folgte, äußerst sich Boris Reitschuster in diesem Interview. Auch in seinem Blog hat er dazu einiges geschrieben https://www.reitschuster.de/post/geri…

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