WiederVerstand2020

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Schlagwort: Politikwissenschaftlich

Hat es jemals einen Fall gegeben, bei dem die Ethik des Journalismus infrage gestellt wurde?

Die Moralität menschlichen Tuns, seine sittliche Qualität und der Versuch ihrer Begründung stellen eine der Grundfragen der praktischen Philosophie dar. Der Journalismus wie wir ihn heute kennen, sicher nicht.

Wenn journalistische Ethik sowohl in den Medien und der breiteren Öffentlichkeit als auch in den Politikwissenschaftlich Aufmerksamkeit auf sich lenken konnten, so lag das nicht letztlich daran, dass aktuelle sich mit längerfristigen gesellschaftlichen Besorgnis paarten. Zumindest zu analytischen Zwecken können dennoch zwei sich überlagerten „Issue Cycles“ zur Ethik im Journalismus unterschieden wurden: „Sie haben nicht gleichzeitig begonnen, hatten verschiedene Auslöserereignisse, Wirkungen und Folgen und waren bzw. sind nicht zuletzt von unterschiedlicher Dauer“. Beide „Konjunkturverläufe“ seien zunächst einmal nur kurz nachgezeichnet.

Eine breite Diskussion um Journalismus und Medienethik hat in der Bundesrepublik, wenn überhaupt mit Verspätung eingesetzt. Angesichts der Macht, die man allenthalben den Massenmedien zuschreibt. (Vierte Gewalt) ist rückblickend fast schon verwunderlich, das Fragen der Medienmoral über lange Zeit hinweg tabuisiert schienen. Es jedoch nun nicht mehr sind.

Zitat: Stephan Ruß-Mohl/Berthold Seewald über Journalistische Ethik in Deutschland.

Anmerkung: Heute hat sich dieses Bild von Ethik im Journalismus eher noch negativer gewandelt, als zu Zeiten Spiegel-Affäre, Springerpresse, Bild usw. Insofern erachte ich es als richtig, dass auch der zeitweise noch auftretende investigative Journalismus, das Ethikthema in der Form wie es zu Augusteinzeiten des Spiegel einmal war, nicht mehr wiederbeleben zu können. Auch der mediale Blätterwald erhält seine Berichte über Presseagenturen, welcher recherchiert, ungefiltert weitergibt.

Man schreibt nicht mehr selbst, sondern man schreibt was „politisch“ sinnvoll ist. Man glaubt es zumindest noch.

Wenn es überhaupt noch so etwas wie Ethik im Journalismus gibt, dann ist dieser im alternativen Medienspektrum zu suchen. Aber auch da bedarf zeitaufwendiger Recherchen unter welchen glaubhaft „ethischen Gründen, guter ethischer Journalismus“ noch stattfinden kann, beziehungsweise darf?

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