WiederVerstand2020

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Schlagwort: Vater der Psychoanalyse

Sigmund Freud aus nächster Nähe | Doku | ARTE

Faszinierend war diese Doku über Sigmund Freud, dem Vater der Psychoanalyse, die ich euch gern in meinem Erstlings Beitrag bei „wieder Verstand2020“ gern nochmal einmal zeigen möchte, wem das entgangen sein sollte.
Kurzbiografie: Sigismund Schlomo Freud wird 1856 in Freiberg in Mähren, dem heutigen Přibor in Tschechien, geboren. Sein Vater Jacob, ein jüdischer Stoffhändler, hat bereits zwei Kinder aus erster Ehe, Sigismunds Mutter Amalia ist seine dritte Frau. Als der Textilbetrieb des Vaters durch eine Wirtschaftskrise ruiniert wird, zieht die Familie 1860 nach Wien. Dort geht Sigismund aufs Gymnasium, studiert Medizin und habilitiert im Fach Neuropathologie.

Sigmund Freuds Tochter Anna wurde im gleichen Jahr geboren wie die Psychoanalyse. Im Londoner Exil hält Anna beim Durchsehen der Korrespondenz von Freud ein Zwiegespräch mit ihm. Dabei entsteht das Doppelporträt des Vaters der Psychoanalyse und der Tochter, die er nicht gewollt hatte. Bekannte französische Schauspieler haben den Protagonisten ihre Stimmen geliehen. Wer Freuds Lebensgeschichte niederschreiben will, darf ihm nicht gehorchen, denn der Erforscher der Psyche sprach der Öffentlichkeit das Recht ab, mehr über seine persönlichen Verhältnisse, seine Kämpfe, Enttäuschungen und Erfolge zu erfahren.  Ein Biograf müsse lügen, beschönigen und gar sein eigenes Unverständnis verbergen, denn man könne die Wahrheit einer Biografie nicht besitzen, und besäße sie jemand, könnte er nicht darüber verfügen. David Teboul hat nicht gezögert, sich Freud zu widersetzen. Er zeichnet dieses Porträt anhand von dessen Briefwechsel, der sich als wichtigste Materie durch den Film zieht. Seine Korrespondenz weist Freud als einen der letzten großen Briefschreiber des Jahrhunderts aus. Er führte sogar ein Verzeichnis über seinen Briefwechsel und hielt fest, welche Briefe er schrieb, erhielt und erwartete. Korrespondenzen haben die europäische Kultur wesentlich geprägt; davon zeugen auch Freuds Briefe, in denen er die Entstehung und das Erstarken der psychoanalytischen Bewegung dokumentiert. Doch bei Freud gab es ein besonderes Bedürfnis, mit seinen Briefpartnern zu kommunizieren, in Kontakt zu bleiben und zu den anderen ein Band zu knüpfen, das es ihm gestattete, eine Beziehung zu pflegen, aber auch auf Abstand zu gehen. Durch freie Assoziation erfindet der Film Szenen aus Freuds Leben: Seine Begegnungen, Entdeckungen, Erfolge und Misserfolge werden als – oft traumartige – Reminiszenzen mit Gegenständen, Gesichtern, Stimmen, Landschaften, Menschengruppen und Einzelpersonen in Bezug gesetzt.In der französischen Fassung leihen berühmte französische Schauspieler Freud, seiner Tochter Anna und den anderen ihre Stimme: Matthieu Amalric als Freud, Isabelle Huppert als Anna, Catherine Deneuve in der Rolle von Freuds treuer Freundin und Lebensretterin Marie Bonaparte. Dokumentarfilm von David Teboul (F 2019, 98 Min)

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